30 Jahre Kinderrechtskonvention – und es bleibt noch so viel zu tun!

 „Petko tobt, schlägt um sich, schreit bis er heiser ist. Der Elfjährige rastet immer wieder völlig aus…“, dies berichten die Mitarbeiterinnen einer unserer Wohngruppen in Sofia. Sie klingen dabei ziemlich erschöpft. Doch es liegt auch viel Verständnis in ihrer Erzählung, denn sie kennen Petkos Geschichte:
Petko wurde in einem der Slums von Sofia geboren. Dies bedeutet Armut und Elend. Es fehlt am Nötigsten. Hunger, Schmutz, Entbehrung sind normal. Der Alltag ist geprägt von Gewalt.

Extreme Verhältnisse führen dort zu extremem Verhalten: Petko wird misshandelt, geschlagen, missbraucht. Für jedes „Vergehen“ wird er gezüchtigt, bekommt nichts zu essen, Hunger als Strafe, seinen Kopf taucht man in die Toilettenschüssel… – Immer und immer wieder werden Körper und Seele des Kindes verletzt.
Petko ist ein schwer traumatisiertes Kind. Seit einigen Monaten lebt er jetzt in der CONCORDIA Wohngruppe. Er schläft unruhig, träumt schlecht. Es überrascht, verunsichert ihn geradezu, dass er trotz seiner heftigen Provokationen bei uns nicht geschlagen wird, nicht eingesperrt, nicht erniedrigt.
Vor 30 Jahren wurden die Kinderrechte von den Vereinten Nationen verabschiedet. Doch noch immer sind diese Rechte bei den Kindern in den Armutsvierteln südosteuropäischer Großstädte nicht angekommen.

Jeden Tag sehen wir in Rumänien, Bulgarien und in der Republik Moldau wie immer noch grund­legende Rechte von Kindern gebrochen werden. Unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter besuchen die Familien in den Armutsvierteln, bauen Vertrauen auf, ermitteln Bedarfe. Denn wenn sich die Lebenssituation der Familien insgesamt verbessert, tun sich auch für die Kinder Chancen auf.

Unser kleiner Petko erfährt in der Wohngruppe zum ersten Mal in seinem Leben Geborgenheit, Verlässlichkeit, Zuwendung.

Jedes Kind hat ein Recht darauf, beschützt zu werden und unbeschwert aufzuwachsen. Und ein Recht darauf, all das als Kind und Jugendlicher mitzubekommen, was nötig ist, um als Erwachsener selbst für sich und die eigene Familie sorgen zu können.

Lesen Sie hier mehr über die UN-Kinderrechte.

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